Vereinsabend

Fr., 10.04.2026
Gasthof Leo GRAF, Bahnhofplatz Süd – 7, 3100 St. Pölten
Besucher sind herzlich willkommen! Eintritt frei!
18:00 Treffen
19:00 Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:30 Gastvortrag

Wie sich der Tanz eines Doppelsternsystems mit dem Altern von Sternen verändert und warum sich Rote Riesen in solchen zum Fressen gerne haben

Dr. Paul Beck
Instituto de Astrofísica de Canarias, Teneriffa, Spanien

Vortragender

Dr. Paul Beck
Instituto de Astrofísica de Canarias, Teneriffa, Spanien

Dr. Paul Beck ist gebürtiger Melker und seit 1999 Mitglied von Antares.

  • 2007 / 2009: Bachelor / Master in Astrophysik an der Universität Wien
  • 2013-2014 PhD in Astrophysik an der Universität Leuven, Belgien
  • 2014-2017 PostDoc bei der Französischen Atomenergiebehörde
  • 2017-2019 ‘Juan de la Cierva’ Forschungsstipendiat am Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC), Teneriffa, Spanien
  • 2019-2022 Research Lecturer and Junior Research Group leader an der Universität Graz.
  • Seit 2023 ‘Ramón y Cajal’ Preisträger und Tenure-Track Professur an der Universidad La Laguna und PLATOSONG Resesarch Group Leader am Instituto de Astrofísica de Canarias, Teneriffa, Spanien.

Seine Forschung fokussiert sich auf oszillierende Rote Riesen in Doppelsternsystemen. Er arbeitet mit Daten der NASA Weltraumteleskope Kepler und TESS und ist Teil der Vorbereitungen für das ESA PLATO Weltraumteleskop welches Ende 2026 gestartet werden soll. Er hat die Betreuung von über 30 Bachelor und Masterarbeiten abgeschlossen und betreut derzeit drei laufende Doktorarbeiten. Auf dem Gebiet der Asteroseismologie hat er über 100 referierte Fachartikel publiziert, unter anderem in den renomierten Zeitschriften Science und Nature.
Astrophysics Data System

Im November 2025 strahlte Mayer’s Magazin auf ORF2 einen Beitrag über Paul’s Arbeit am Teide Observatorium aus, welcher unter folgendem Link nachgeschaut werden kann: Observatorium im Atlantik - Mayrs Magazin vom 28.11.2025 - ORF ON

Thema

Wie sich der Tanz eines Doppelsternsystems mit dem Altern von Sternen verändert und warum sich Rote Riesen in solchen zum Fressen gerne haben
Wenn Sterne wie die Sonne altern und ins rote Riesenstadium wechseln gehen einige faszinierende Veränderungen im Stern vor. Am augenscheinlichsten ist die Expansion des Sternradius um das bis zu 200fache und eine massive Steigerung der Leuchtkraft. Allerdings finden noch gravierendere Veränderungen in der Struktur des Sternes statt, tief verborgen im Stern und für direkte Messungen unsichtbar. Allerdings können wir mit den Methoden der Asteroseismologie diese Struktur ‘erfühlen’. Etwa 50% aller Sterne wie der Sonne befinden sich in Doppelsternsystemen. Zwar sind beide Komponenten weit von einander entfernt, allerdings durch die Gravitations- und Gezeitenkräfte miteinander gebunden. Jegliche Änderungen in den Sternen wirkt sich somit auch auf die Umlaufbahnen im Doppelsternsystem aus. Allerdings können sogar Umlaufperioden von bis zu 1000 Tagen nicht genug Platz bieten, damit der rote Riese riesig wird, sodass der kleinere Begleiter in den Hauptstern eindringt. Oft bedeutet dies das Ende beider Sterne – ein Umstand, der auch als Stellarer Kannibalismums bezeichnet wird, wenn sich Sterne gegenseitig auffressen.

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