Die Helligkeit des Himmels präzise messen

Photometrie ist die Wissenschaft der präzisen Helligkeitsmessung von Himmelsobjekten. Was auf den ersten Blick schlicht klingt, ist in der Praxis eine der grundlegendsten und vielseitigsten Methoden der modernen Astronomie. Mithilfe empfindlicher Digitalkameras und spezieller Auswertungssoftware lässt sich die Helligkeit eines Sterns so genau bestimmen, dass selbst kleinste Schwankungen von wenigen Tausendsteln einer Magnitude zuverlässig nachgewiesen werden können. Diese scheinbar winzigen Unterschiede verraten dabei Erstaunliches. Sie zeigen, ob ein Planet vor einem fernen Stern vorbeizieht, ob ein Stern in einem regelmäßigen Rhythmus pulsiert oder ob zwei Sterne einander periodisch bedecken.

So funktioniert eine Helligkeitsmessung

Die größte Herausforderung ist nicht der Stern, sondern die Erdatmosphäre. Wie wir sie mit einem einfachen Trick aus der Messung herausrechnen, zeigt die Animation.

Zielstern: 100 % · Verhältnis: 100,0 %
Wolken
  1. Licht in Pixeln. Die Kamera fängt das Licht jedes Sterns in einem kleinen Fleck aus vielen Pixeln ein. Ein Kreis um den Stern sammelt sein Licht, ein Ring daneben misst den Himmelshintergrund, der abgezogen wird.
  2. Die Luft stört. Dunst, Wolken und die Luftschicht, durch die wir je nach Sternhöhe blicken, schwächen das Licht, oft viel stärker als die Veränderung, die wir eigentlich messen wollen.
  3. Der Trick ist der Vergleich. Ein Vergleichsstern gleich daneben erleidet genau dieselben Störungen. Teilt man die Helligkeit des Zielsterns durch die des Vergleichssterns, heben sich die Störungen auf.
  4. Übrig bleibt der Stern. Im Verhältnis zeigt sich nur noch die echte Veränderung des Zielsterns, hier eine kleine Delle von 2 %. Mit mehreren Vergleichssternen wird die Messung noch genauer.

Die Ergebnisse der Photometrie werden als Lichtkurven dargestellt, also als Diagramme, die den zeitlichen Verlauf der Helligkeit eines Objekts zeigen. Solche Lichtkurven sind wahre Schatzkarten für Astronom:innen. Sie liefern Informationen über die physikalischen Eigenschaften von Sternen, die Umlaufzeiten und Größen von Exoplaneten oder die Dynamik enger Doppelsternsysteme. Je länger und lückenloser eine Lichtkurve aufgezeichnet wird, desto mehr gibt sie preis. Deshalb sind kontinuierliche Beobachtungsreihen über viele Nächte hinweg besonders wertvoll.

An der NOE Volkssternwarte setzen wir Photometrie gezielt in unseren Beobachtungsprojekten ein, von der Verfolgung veränderlicher Sterne bis hin zur Aufzeichnung von Exoplaneten-Transits. Die gewonnenen Lichtkurven werden sorgfältig dokumentiert und fließen in internationale Datenbanken ein. Photometrie zeigt dabei eindrucksvoll, wie viel Information in einem einzigen Lichtpunkt am Himmel stecken kann. Man muss ihn nur geduldig und präzise genug beobachten.

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