Radioausbrüche der Sonne

Bei Ausbrüchen auf der Sonne entsteht nicht nur Licht und Röntgenstrahlung, sondern auch kräftige Radiostrahlung. Sie kommt aus der Sonnenkorona und verändert sich innerhalb von Sekunden bis Minuten über einen weiten Frequenzbereich. Ein Radiospektrometer zeichnet diese Ausbrüche auf, Frequenz für Frequenz und rund um die Uhr.

So entsteht ein Radioausbruch

Die Animation zeigt, warum ein Ausbruch im Spektrum als schräge Spur erscheint und was die waagrechten Linien bedeuten.

ruhige Sonne
Art des Ausbruchs
  1. Die Sonne funkt. Bei Ausbrüchen auf der Sonne werden Elektronen stark beschleunigt. Auf ihrem Weg durch die Sonnenkorona regen sie das Gas zu Radiostrahlung an.
  2. Jede Höhe hat ihre Frequenz. Je dünner das Gas, desto tiefer die Frequenz, auf der es strahlt. Ein Ausbruch, der nach außen wandert, rutscht im Spektrum deshalb von hohen zu tiefen Frequenzen, unten nach oben.
  3. Schnell oder langsam. Ein Strahl schneller Elektronen (Typ III) durchquert die Korona in Sekunden und hinterlässt einen fast senkrechten Streifen. Eine Stoßwelle (Typ II) braucht Minuten, in der Animation verkürzt, und zieht eine flache Spur, oft doppelt auf Grund- und Oberton.
  4. Waagrechte Linien sind Störungen. Rundfunk, Mobilfunk und andere Sender strahlen immer auf derselben Frequenz. Sie erscheinen als waagrechte Streifen und haben mit der Sonne nichts zu tun.

Unsere Station

Das Empfängerinstrument heißt CALLISTO. Es wurde von Christian Monstein an der ETH Zürich entworfen und besteht aus dem Empfänger, einer linear polarisierten Antenne und einer Software zur Steuerung und Aufzeichnung. Damit die Sonne rund um die Uhr beobachtet werden kann, ist ein weltweites Netz entstanden, e-CALLISTO. Die Station der NOE Volkssternwarte gehört unter dem Namen AUSTRIA-MICHELBACH zu diesem Netz. Neben Sonnenausbrüchen überwacht sie auch Funkstörungen im Frequenzbereich.

Mehr über das Instrument und das weltweite Netz, mit Live-Daten aller Stationen, gibt es auf der offiziellen Projektseite e-callisto.org.

Live-Daten

Alle Stationen des Netzes legen ihre Messungen im Archiv der Fachhochschule Nordwestschweiz ab, alle 15 Minuten ein Spektrum als Bild und als Rohdaten. Suchen Sie dort nach AUSTRIA-MICHELBACH.

Heutige Spektren Archiv seit 2002

Daten mit Dank an FHNW Brugg/Windisch und IRSOL Locarno, Schweiz.

Antenne der e-CALLISTO-Station an der NOE Volkssternwarte

Dynamisches Spektrum der Station AUSTRIA-MICHELBACH vom 17.09.2025, 15:15 bis 15:30 UT, Frequenz etwa 190 bis 390 MHz, um 15:23 UT helle senkrechte Strukturen über viele Frequenzen

So sieht es in echt aus

Ein Ausschnitt unserer Station vom 17. September 2025 zwischen 15:15 und 15:30 Weltzeit, Frequenzen von etwa 190 bis 390 MHz.

  • Wie in der Animation. Senkrecht ist die Frequenz aufgetragen, oben tief und unten hoch, waagrecht die Zeit. Helle Farben bedeuten mehr Radiostrahlung.
  • Der Ausbruch. Um 15:23 UT erscheinen helle, fast senkrechte Strukturen über einen weiten Frequenzbereich. Der Ausbruch erfasst viele Frequenzen innerhalb kurzer Zeit.
  • Störungen. Die waagrechten Linien, etwa um 205 und 365 MHz, stammen von irdischen Sendern und sind die ganze Zeit zu sehen.
  • Die Kurve darunter. Sie zeigt die Intensität bei einer Frequenz und steigt zur selben Zeit deutlich an.
Wir bedanken uns für die Unterstützung bei